(Werbung) Papiergeflüster C. R. Scott – Wenn das Aufgeben verlockend erscheint Gastbeitrag

(Werbung) Papiergeflüster C. R. Scott – Wenn das Aufgeben verlockend erscheint Gastbeitrag

Wenn das Aufgeben verlockend erscheint

Ein Gastbeitrag von BILD-Bestsellerautorin C. R. Scott

Gib niemals auf. Glaub an dich selbst. Kämpf für deinen Traum.

Und lass dich bloß nicht unterkriegen.

Ja, wir alle kennen solche Weisheiten wohl nur zu gut. Wann immer es verlockend erscheint, aufzugeben, knallt man sie uns an den Kopf. Etwa, nachdem man von jemandem niedergemacht wurde, einen Rückschlag einstecken musste oder auch einfach nur einen schlechten Tag hat. Dann klopft uns die beste Freundin oder die Mama auf die Schulter und lässt einen dieser Sprüche los. Und vielleicht hast du mindestens eine dieser Redewendungen auch schon mal selbst zu jemandem gesagt.

Dementsprechend abgedroschen kommen sie uns vor, diese Zitaterund ums Kämpfen, Glauben und Träumen. Sie wirken wie Klischees, wie automatisch abgespulte Floskeln, die sowieso nicht der Wahrheit entsprechen, sondern nur dem Zweck dienen, kurzweilig Trost zu spenden, bis der erste Schreck verflogen ist und man hoffentlich in der Lage ist, sich mit seinem harten, aber unvermeidlichen Schicksal abzufinden.

Aber es ist wahr. Träume können Wirklichkeit werden. Und wer an sich selbst glaubt, steigert seine Chancen ungemein. Auch wenn man in den meisten Fällen durchaus selbst aktiv werden muss, es nicht immer leicht zu sein droht und es eine Weile dauern könnte, bis erste Erfolgserlebnisse eintreten. Der Trick ist also, durchzuhalten. Ganz egal, wie viele Steine einem in den Weg gelegt werden oder wie unerreichbar das Ziel zu sein scheint. Das Ergebnis kann nämlich überaus lohnenswert sein. Und um diesen Appell zu untermauern, möchte ich eine wahre Geschichte erzählen.

Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich zu Grundschulzeiten im Deutschunterricht saß und endlich in der Lage war, alle Buchstaben mit dem Füller auf ein Blatt Papier zu kritzeln und schließlich sogar ganze Wörter zu einigermaßen sinnvollen Sätzen aneinanderzureihen. Spätestens, als unsere Klasse zum ersten Mal die Aufgabe bekam, anhand drei vorgegebener Schlüsselwörter eine Kurzgeschichte zu verfassen, war es um mich geschehen: In mir wuchs, nein, explodierte der Traum, eines Tages Schriftstellerin zu werden, Romane zu veröffentlichen und vom kreativen Schreiben leben zu können. Das müsste im Jahr 1994 gewesen sein.

Von dort an war ich vom Schreibenwie besessen. Noch im Grundschulalter brachte ich – mit der Hilfe meiner Eltern, versteht sich – mein erstes eigenes Magazin heraus, das Leser in ganz Deutschland hatte. Und als ich dann aufs Gymnasium ging, konnte ich gar nicht genug davon kriegen, mich an eigenen Gedichten und weiteren Kurzgeschichten zu versuchen. Rege tauschte ich mich mit anderen Schreiberlingen im Internet aus und stellte meine Texte online, um sie in Foren kritisieren zu lassen. Das war nicht immer mit angenehmen Gefühlen verbunden, aber ich wollte besser werden und meinen eigenen Stil ausarbeiten. In der Schule war ich stets mit mindestens einem Collegeblock und einem Notizbuch bewaffnet, um alles aufzuschreiben, was mir in den Sinn kam, und mich an neu gelernten Stilmitteln zu versuchen. Manchmal schreib ich sogar im Unterricht weiter, weil ich einfach nicht aufhören konnte. Mehr als einmal wurde ich vom jeweiligen Lehrer ermahnt, weil er dachte, dass ich schnell noch die Hausaufgaben mache. Ich sage nicht, dass das klug von mir war, denn so eine Ermahnung hatte schon allein deswegen ihre Berechtigung, weil ich dadurch dem Unterricht nicht immer folgen konnte. Aber so war ich damals einfach drauf und ich konnte nichts dagegen tun. Irgendwann ging es mir auch nicht mehr darum, besser zu werden, sondern nur noch darum, meine ungebändigte Schreibwut auszuleben. Das Schreiben machte mich glücklich, es war das perfekte Ventil für all meine Gefühle und Gedanken, und ließ das, was ich niederschrieb, in gewisser Weise Wirklichkeit werden. So habe ich es jedenfalls empfunden und mich mit genau dieser Sichtweise identifiziert. Gerade als Jugendliche habe ich in diesen Empfindungen Halt gefunden. Doch der erste große Rückschlag ließ nicht lange auf sich warten: Als Schreibwütige entschied ich mich in der Oberstufe natürlich für den Deutsch-Leistungskurs. Aber wie sich dann herausstellte, tat ich das nur, um in der ersten Klausur durchzufallen und mich vom Lehrer beiseite nehmen und mir sagen zu lassen, dass ich keinerlei Textverständnis besitze und besser den Kurs wechseln sollte. Das tat ich dann auch. Deutsch gegen Biologie. Warum auch immer. Mein Schriftstellerherz blutete. Aber ich musste ja irgendwie das Abitur bestehen.

Dann wurde ich volljährig. Ich machte – mit Ach und Krach, weil ich immer noch mit mir selbst beschäftigt war – das Abitur und tauchte in die Berufswelt ein. Um im Job kreativ sein zu können und dennoch etwas einigermaßen Vernünftiges zu lernen, entschied ich mich für eine Ausbildung zur Mediengestalterin und nahm dafür eine Lehrstelle in derMedienmetropole Hamburg an. Das war wie gesagt vernünftig und an sich tagfüllend … nur reichte es mir einfach nicht. Schon während der Berufsausbildung fing ich an, meine ersten Bewerbungen an Verlage und bald darauf auch an Agenturen zu schicken. So gerne wollte ich meinen ersten Autorenvertrag ergattern und als Schriftstellerin durchstarten. Neben dem eigentlichen Job erforderte das sehr viel Zusatzarbeit, was bedeutete, dass ich nicht immer Zeit hatte, um Freunde zu treffen und „abzuhängen“. Außerdem kam es nicht selten vor, dass ich mitten in einer Unterhaltung das Notizbuch zücken musste, um fix eine neue Idee aufzuschreiben. Aber all das war mir sehr wichtig und ich vertraute darauf, dass mein Umfeld mich auch in Zukunft so akzeptieren würde, wie ich nun mal bin.

Was folgte, waren die Jahre der Absagen. Und davon gab es so einige. Alle am Stück. Bald hatte ich den Punkt erreicht, an dem ich nicht mehr mit beiden Händen zählen konnte, wie oft ein Verlag oder eine Agentur mir schon eine Absage geschickt hat. Falls mir nach monatelangem Warten denn überhaupt mal geantwortet wurde. Und wenn mal eine Absage kam, dann wurde sie natürlich nicht begründet, sodass man sich hätte verbessern können. Dafür hatte einfach niemand Zeit. Und keiner hatte an mir als Autorin Interesse. Trotzdem machte ich immer weiter. Unermüdlich fertigte ich neue Exposés, Leseproben und Anschreiben an und schickte sie ab. Damals bevorzugten so manche Verlage noch postalische Einsendungen, was dementsprechend ins Geld ging und so manchen Gang zur Post bedeutete. Aber ich ließ mich nicht unterkriegen und machte weiter. Auch, als von den ersten Verlagen die Bitte kam, ihnen doch bloß gar nichts mehr von mir zu schicken, da es einfach kein Interesse gäbe, also, so gar nicht. Selbst dann machte ich weiter – bei anderen Verlagen, versteht sich.

Der Vollständigkeit halber muss ich dazu erwähnen, dass es ein paar Mal tatsächlich geklappt hat mit der Verlagsbewerbung. Ein paar Jahre lang stand ich zum Beispiel beim renommierten Carlsen Verlag unter Vertrag. Allerdings handelte es sich lediglich um ein paar kleine Projekte für eines deren Magazine, die mir weder zu Reichtum noch zu Ruhm verholfen haben, und auf die schließlich keine weiteren Projekte mehr folgten, weil meine neuen Bewerbungen dann doch wieder abgelehnt wurden. Aber: Ein Anfang war gemacht! Nicht jeder kann behaupten, mal etwas für Carlsen geschrieben zu haben, und das zu einer Zeit, als es deren E-Book-Imprints noch gar nicht gegeben hat. Das war für mich der erste Beweis: Träume können wahr werden, wenn man sich nur nicht entmutigen lässt.

Aber ich will ehrlich sein: Ans Aufgeben habe ich mehr als einmal gedacht. Spätestens zu diesem Zeitpunkt. Wofür betreibe ich all den Aufwand und lasse es zu, über meine Texte verletzt zu werden? Sollte ich die Energie und Zeit nicht lieber in etwas anderes stecken? In etwas, das realistischer ist? Das leichter zu erreichen ist? Und inwiefern will ich überhaupt noch an meinem Stil festhalten? Mache ich mich nicht komplett zum Affen? Stehe ich bei irgendwelchen Verlagen vielleicht schon auf der Auslach-Liste? Und was denken wohl meine Freunde und meine Familie, nachdem es bei mir immer noch nicht geklappt hat und ich trotzdem weiter an diesem Traum vom Schreiben festhalte? Und warum zum Teufel schreibe ich überhaupt noch weiter, nachdem mir ein Bekannter gesagt hat, er fände ja, ich wäre total schlecht darin?Und nachdem wegen meiner Besessenheit schon eine Beziehung zu Bruch gegangen ist, weil ich einfach zu wenig Zeit und Aufmerksamkeit für diesen lieben Menschen hatte? Ja, all diese Fragen sind mir durch den Kopf gegangen, und zwar wieder und wieder. Das führte schließlich dazu, dass ich mich ratlos fühlte, ausgebrannt war und eine Auszeit brauchte. Vom Schreiben. Vom Bewerben. Von meinem Traum.

Na ja, so halb.

Denn genau in dem Moment, als ich beschloss, das kreative Schreiben erst mal ruhen zu lassen, kündigte ich meinen Job als Mediengestalterin in Hamburg und schrieb mich an der Uni ein, um doch noch studieren zu gehen. Und der Studiengang, den ich auswählte, war alles andere als Zufall. Ich entschied mich nämlich für die Literaturwissenschaft. Denn wenn die Verlage mich schon nicht unter Vertrag nehmen wollten, vielleicht wäre es dann möglich, selbst in einem zu arbeiten?

Gesagt, getan. Fünf Jahre lang studierte ich Literaturwissenschaft (und Geschichtswissenschaft, was mich selbst überrascht hat). Ich machte meinen Masterabschluss in Literatur – und fing noch während des Studiums an, in einem Verlag zu arbeiten. Als Mediengestalterin, aber auch als Autorin für Magazintexte. Cool, damit war ich meinem Traum so nah wie noch nie zuvor!

Im Laufe der nächsten zwei Jahre gab es nur ein Problem: Die Festanstellung als solche stellte sich endgültig nicht als mein Ding heraus. Ich bin nun mal – auch wenn ich diese Bezeichnung nicht mag – ein Freigeist, der dann am glücklichsten ist, wenn er sich seinen Arbeitsplatz, seine Arbeitszeiten und seine Projekte stets selbst aussuchen darf. Luxus, purer Luxus! Vor allem, wenn man vorhat, seinen Lebensunterhalt eben mit Romanen zu bestreiten. Könnte ich das jemals erreichen?

Wieder packte es mich und ich machte mich ans Werk, einen Roman zu schreiben. Neben dem Verlagsjob. Neben der Masterarbeit. Neben meinen Hochzeitsvorbereitungen. Einfach war das nicht. Ganz und gar nicht. Aber ich zog es durch. Zusammen mit meiner Freundin, Emily West. Die träumte zur gleichen Zeit davon, einen Roman fertigzuschreiben und verlagsunabhängig bei Amazon zu veröffentlichen, um vom Schreiben leben zu können. Und so pushten wir uns gegenseitig. Wann immer einer von uns einzuknicken drohte, weil ihn Selbstzweifel plagten oder der zusätzliche Arbeitsaufwand zu viel wurde, ermutigte der andere ihn, weiterzumachen. Wir wollten für unseren Traum kämpfen, statt aufzugeben!

Der Rest ist – wenn ich an dieser Stelle mal ein bisschen dramatisch werden darf – Geschichte. Im September 2017 veröffentlichte Emily West ihren ersten Roman und kam damit bis auf Platz 4 der Kindle-Charts. Eineinhalb Monate später folgt mein Debüt und schaffte es auf Rang 7. Beide bekamen wir über 70 Rezensionen und unsere ersten Fans. Es war überwältigend. Ich kündigte, und von dort an veröffentlichten Emily und ich regelmäßig unsere eigenen Werke. Und der Erfolg riss nicht ab: Mit „Sweet Suffering“ kam ich zum ersten Mal auch in die Top 5. Mit „Broke and Rich“ schaffte ich es erstmals auf die BILD-Bestsellerliste, gefolgt von „Wicked Deal“. Zwischendurch konnte ich mein erstes Hörbuch veröffentlichen lassen.Und manchmal, da sind mehrere Titel von mir gleichzeitig in den Top 100 oder unter den Aufsteigern des Tages bei Amazon. Irgendwann erreichte mich dann die erste Anfrage eines Verlages. Und wisst ihr, was? Die Konditionen kamen mir unfair vor. Ich habe abgelehnt.

Das ist sie also. Meine persönliche Erfolgsgeschichte. Neben der von Emily West. Und dann gibt es da noch weitere, allein aus dem deutschen Selfpublishing-Bereich. Noch größere Erfolgsgeschichten, von denen man sich unbedingt inspirieren lassen sollte!Etwa die von Jessica Koch, deren Debüt diesen Herbst als Buchverfilmung in die Kinos kommt. Oder die von Catherine Sheperd oder von Poppy J. Anderson, die beide schon bei Markus Lanz zu Gast waren. Oder von Elvira Zeißler, die den Kindle Storyteller Award gewonnen hat und von Bastei Lübbe unter Vertrag genommen wurde. Aber, gut, von meiner eigenen Geschichte kenne ich eben alle Details. Von einer Geschichte, die schon im Jahr 1994 begann, und zwar mit einem großen Traum. Einer Geschichte voller Selbstzweifel, Sinnkrisen, Verzichte, unbezahlter Arbeitsstunden, Tadel, Beleidigungen und Rückschläge … und genügend Momenten, in denen es bequemer gewesen wäre, aufzugeben. Bequemer, aber sicher nicht erfüllender. Und dann hätte ich all das verpasst, was seit Herbst 2017 in meinem Leben passiert.

Ist seitdem also alles lockerflockig bei mir? Na ja, das kann man jetzt auch nicht behaupten. Neue Romane nachzuliefern, ist Arbeit wie jede andere auch. Vor allem, wenn das zum neuen Alltag wird und man letztlich doch an Termine und den Geschmack der Masse gebunden ist. Nicht falsch verstehen – ich bin überglücklich und mein Traum ist in Erfüllung gegangen! Aber damit ich auch in Zukunft Schriftstellerin sein kann, darf ich mich jetzt nicht zurücklehnen. Das will ich auch gar nicht, aber ich dürfte es eben auch nicht. Zudem gibt es durchaus Werke von mir, die man als Flop bezeichnen könnte. Das muss man nicht nur finanziell ausgleichen, sondern man muss auch mit den psychischen Folgen klarkommen. Und vor allem heutzutage werde ich mit Kritikern konfrontiert, die mich wissen lassen, wie grottenschlecht sie meine Werke finden. Und das manchmal in einem Tonfall, der einen den Glauben an die Menschheit verlieren lassen könnte. Aber – na ja. Irgendwas ist ja immer. Noch so eine Redewendung! Wie auch immer. Das macht nichts. Aufzugeben oder sich zu verbiegen, war anscheinend noch nie so mein Ding. Da werde ich auch jetzt nicht damit anfangen.

Ihr Lieben, dieser Beitrag ist für alle, die einen Traum haben und an den Punkt gelangen könnten, ihn fallen zu lassen, weil der Weg zu steinig erscheint. Egal, ob ihr Bücher liebt und deswegen selbst vom Schreiben träumt … oder ein ganz anderes großes Ziel verfolgt. Lasst euch nicht unterkriegen. Kämpft für euren Traum. Glaubt an euch selbst und gebt niemals auf. An diesen Floskeln ist durchaus etwas Wahres dran.

 

Zur Autorin: C. R. Scott, bürgerlich Carina Regauer, schreibt prickelnde Liebesromane mit Happy End. Sie veröffentlicht ihre Werke verlagsunabhängig bei Amazon und ist regelmäßig in den Top 50 der Kindle-Charts zu finden – und manchmal sogar auf der BILD-Bestsellerliste. 2007 wurde sie gleich mit ihrem Verlagsdebüt zweifach für den Deutschen Phantastik Preis nominiert und hat u.a. für den renommierten Carlsen Verlag geschrieben, ehe sie sich 2017 ganz dem Selfpublishing und dem Genre der Romance widmete. Sie liebt das Schreiben, ihre Familie sowie den Austausch mit Lesern, Schreiberlingen, Verlagsmenschen und Bloggern. Mehr über die Schriftstellerin gibt es auf www.crscott.de!

2 Kommentare

  1. Hallo Anna,

    schön, wenn jemand seinen Traum verwirklichen kann auch in der heutigen Zeit.

    Und dafür kämpft…auch wenn es steinig ist..

    Doch wieso benutzt die Autorin nicht ihren richtigen Namen…wieso ein Künstlername?

    Das verstehe ich nicht, wenn man seinen Erfolg so hart erarbeitet hat….

    LG..Karin..

    1. Author

      Hallo Karin, ui das ist eine gute Frage, vielleicht äußert sich die Autorin dazu ja noch selber 🙂

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